Die Mittwochswanderung am 23. August hatte einen besonderen Charakter, denn Alfons Reis führte sie von Thalveldenz aus durch den schattigen Wald zum Schloss Veldenz.

Unterwegs überreichte der Wanderführer Dr. Ziegenbein eine Nadel für 50 Wanderungen und alle gratulierten und sangen ein Lied.

In der größten Burg an der Mosel empfing uns der Schlossherr Gilbert Haufs-Brusberg mit seiner Frau Christa, die ein köstliches Mahl bereitet hatte und schwere Tonkrüge mit Wein und Wasser auf die Tische draußen im Hof und drinnen im Rittersaal stellte.

Nach dem Essen erlebten wir wie schon einmal vor zwei Jahren eine exzellente Führung des Schlossherrn, der uns die Geschichte des Grafengeschlechts ab dem 12. Jh. anschaulich vor Augen führte, in dessen Nachfolge er als 33. Besitzer steht. Der Bogen reichte von der historischen Entwicklung über Spukgeschichten zu den grausamen Methoden der Hexenverfolgung, zu deren Verdeutlichung er einer Wanderin das Handeisen anlegte.

Dem jüngsten Wanderer Norbert Burgen legte der Knappe das 30 Kilo schwere Kettenhemd eines Ritters an, das aus 30.000 Gliedern besteht, dazu Helm und Schwert an der Seite. Er demonstrierte die Wurftechnik der riesigen Steinschleuder und erzählte mit schauspielerischem Talent die Sage von der treuen Grafentochter, die zur Kreuzzugszeit am Glauben festhält, dass ihr Verlobter zurückkommt.

Wer sich über den „bayrischen Löwen“ im Wappen wunderte, wurde belehrt, dass der blaue Löwe seit jeher zu Veldenz gehört und im Mittelalter durch Heirat in das bayrische Wappen geriet. Zum krönenden Abschluss durfte der Wanderführer Alfons die Kanone abfeuern, die im 17. Jh. durch die Franzosen das Ende der Burg herbeiführte.

Mit reichlich Applaus dankten alle Teilnehmer der Familie Haufs-Brusberg, ehe es zurück zu den Autos ging.

 

Fotos: Therese Zilligen