Jedes Jahr organisiert der Vorstand eine Tagesfahrt als Dank für die ehrenamtliche Tätigkeit der Wanderführer.

In diesem Jahr war das Ziel Namur als Hauptstadt von Wallonien am Zusammenfluss von Maas und Sambre und die einige Kilometer entfernt liegende Abtei Maredsous. Federführend bei der Vorbereitung waren die Vorsitzende Anita Kruppert und als Französisch-Experte Rudolf Schmillen.

Nach fast drei Stunden Busfahrt war das erste Ziel die 190 hoch gelegene Zitadelle von Namur, wo Stefan Brosowski seine ausgezeichnete Führung eröffnete, die er in die drei Teile gliederte: militärisches, weltliches und kirchliches Namur. Er gab einen Abriss der 2000jährigen Geschichte, die mit den Kelten begann, die ihre Siedlung unter dem Aspekt der Absicherung nach außen gründeten. Weitere Völker, zunächst Römer, dann Germanen und später weitere, darunter Niederländer, Franzosen - eroberten, zerstörten, bauten die Festung weiter aus – so ging ein stetiger Kampf durch die Jahrhunderte, bis eine Verteidigung gegen immer modernere Waffen der beiden Weltkriege im 20. Jh. nicht mehr möglich war und das Ende für die militärische Nutzung bedeutete.

Erst in den letzten Jahrzehnten wurde die Festung für Besucher zugänglich gemacht und ist heute ein Museum. Besonders lohnend ist der Blick auf die Stadt mit ihren Türmen und grauen Schieferdächern.

Dort stiegen wir nun hinab und Stefan Brosowski führte uns ab dem Place d`Armes durch die Fußgängerzone der Altstadt mit ihren Gassen und reichhaltiger Außengastronomie. Er erläuterte auch die Auseinandersetzung zwischen den ärmeren Wallonen und reicheren Flamen, eine ständige Zerreißprobe für Belgien.

Der Weg führte zur Kathedrale Saint-Aubain, die im 18. Jh. als Zentralbau im klassizistischen Stil erbaut wurde, aber auch barocke Elemente aufweist. Die Glasfester der Kuppel lassen viel Licht in den Bau und auch die weißgetünchten Wände mit zurückhaltendem Stuck verstärken den hellen Eindruck.

Nach einer kurzen Mittagspause fuhren wir zur Abtei Maredsous, wo es eine lebendige deutschsprachige Führung gab. Alle waren beeindruckt von der gewaltigen Größe dieses Gebäudekomplexes, das heute noch seine Funktion als Benediktinerkloster erfüllt gemäß der Regel des heiligen Benedikt „Bete und arbeite“. Gegründet wurde es 1872 durch entsandte Mönche vom deutschen Kloster Beuron aus und wurde im neugotischen Stil erbaut. Heute arbeiten noch 45 Mönche und 150 Laien hier in verschiedenen Wirtschaftszweigen wie Verwaltung, Kunstwerkstätten, Bibliothek, Käserei und Bäckerei.

Die Abtei Maredsous gehört wie die Trierer Abtei St. Matthias zur Kongregation "Congrégation de l'Annonciation de la Vierge Marie" (Kongregation von der Verkündigung der seligen Jungfrau Maria). Abtpräses der Kongregation ist mit Staand 2017 der ehemalige Abt von St. Matthias, Ansgar Schmidt OSB.

Nach der Besichtigung der riesigen Kirche nahmen wir unser Abendessen im Gasthaus des Klosters ein und fuhren mit reichen Eindrücken dankbar nach Trier zurück.

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