Buskulturfahrt nach Unkel am Rhein
Am 9. August fuhren 35 Teilnehmer unter Leitung von Anita Kruppert an den Rhein, der zur Zeit mit seiner Trockenheit einen etwas traurigen Anblick bietet.
Ziel war die Stadt Unkel, die sich Willy Brandt nach seiner Zeit als Bundeskanzler zum Wohnsitz erwählte (1979 – 1992). In zwei Gruppen gingen wir mit kundigen Stadtführern vom Geschichtsverein durch den mit Fachwerk geprägten Ort, wobei die Rheinpromenade wegen Bauarbeiten zur Umgestaltung nur an wenigen Stellen gesichtet werden konnte.
Wir sahen dort prächtige Bauten wie den ehemaligen Fronhof, der ein Teil der alten Stadtbefestigung war oder den im alten Stil neu errichteten Eschenbrender Hof, heute ein Hotel. Der Stefan-Andres-Platz und die Stefan-Andres-Schule erinnern an den Dichter aus Schweich, der ebenfalls elf Jahre hier lebte (von 1906 – 1970).
Der Unkeler Pütz aus dem 18. Jh. diente bis 1896 der Trinkwasserversorung, tröpfelte aber nur leicht. Er führt in die Pützgasse, deren dicht stehende Fachwerkhäuser einen heimeligen Flair ausstrahlen. An ihrem Ausgang zur Rheinpromenade sahen wir hinter einem Bauzaun das Freiligrath-Haus, in dem der Dichter und spätere Politiker wohnte, der im 19. Jh. den Wiederaufbau des zerstörten Rolandbogens bewirkte.
Der seit einem Jahr renovierte Brunnen am Oberen Markt zeigt als Skulpturen die Köpfe von Beethoven, Willy Brandt und Ferdinand Freiligrath; hier plätscherte das Wasser reichlich.
Wir waren auch in der katholischen Pfarrkirche St. Panteleon. Die Bauzeit der dreischiffigen gotischen Hallenkirche reicht ins 13. Jh. zurück und erfuhr 18. Jh. von dem Kölner Hofratspräsidenten Andreas Eschenbrender eine prächtige barocke Ausstattung.
Nach der fast zweistündigen Führung trafen sich die beiden Gruppen am Willy-Brandt-Platz und genossen in der hochsommerlichen Wärme die längere Kaffeepause in der Freiluftgastronomie, ehe die Rückfahrt angetreten wurde. Vor der Schlussrast im Hotel Grefen in Schweich bedankten wir uns bei Anita Kruppert für die sehr gelungene Planung und Fahrt, die von Anne Benz unterstützt worden war.
Text und Fotos: Therese Zilligen