Stellvertreter von Dr. Fassbinder war der spätere Oberstudiendirektor Paul Lieser, der auf Wunsch von Dr. Alois Fery, Kulturdezernent der Bezirksregierung, 1952 den Vorsitz übernahm und bis 1986, also 35 Jahre lang, behielt. Er unterrichtete an Gymnasien in Trier und Saarburg, wo er zuletzt Schulleiter war.

Als gebürtiger Trierer und Historiker hatte er von früh auf ein enges Verhältnis zur Geschichte der Stadt und ihres Umlandes, sein Vater war Vorsitzender des Hunsrückvereins. Zusammen mit seiner bereits im Elternhaus grundgelegten Liebe zur Natur und seiner Mitgliedschaft in der katholischen Jugendbewegung hatte er die besten Voraussetzungen für ein frühes Engagement im Wanderverein. Im ersten Jahr seines Amtes fand am 7. und 8. Juni in Trier der Linksrheinische Wandertag statt, verbunden mit der Tagung des Hauptvereins. Nach einem Heimatabend im Saal der Treveris fand - ebenfalls hier - sonntags die Festversammlung mit einem Vortrag von Paul Lieser statt.
Seine Aufbauarbeit spiegelt sich in wenigen Zahlen: In zwanzig Jahren wuchs die Zahl der Mitglieder auf 600 an und die der Veranstaltungen von 12 im Jahr 1949 auf mehr als 300 jährlich in den 60er Jahren, die Zahl der Teilnehmer verdoppelte sich von Anfang der 70er Jahre von 5000 bis 10000 in den 80er Jahren. Die durchgehende Frage, ob der Verein in erster Linie ein Heimat-, Wander- oder Geselligkeitsverein sei, wurde durch Kompromisse zwischen den verschiedenen Interessen gelöst. Gemäß der technischen Entwicklung kamen PKW-Wanderungen hinzu, in den 80er Jahren auch Familienwanderungen mit Kindern. Unterstützt durch seine Frau verstand es Lieser im Verein eine Atmosphäre der Familie wachsen zu lassen. Besonders beliebt waren seine Exkursionen zu historischen Stätten in Frankreich, bei denen er die Geschichte lebendig werden ließ. Im August 2006 verstarb er.