35 IMG 0035 Gruppenbild vor der Ponte 25 de Abril

Vier Tage Portugals Metropole erkundet

16 Teilnehmer, mehrheitlich Frauen, erlebten unter der hervorragenden Führung von Heribert Kahren erlebnisreiche Tage in Lissabon.

 

 

Nach dem Flug mit Ryanair am Montagvormittag und dem Einchecken im 3K-Hotel Barcelona ging es gleich mit der Metro in die Baixa, das Zentrum der Innenstadt, die nach dem großen Erdbeben von 1755 völlig neu aufgebaut wurde. Mit der kultischen S-Bahn-Linie 28 erlebten wir eine leicht abenteuerliche Fahrt hügelauf- und abwärts durch die schmalen Gassen der Altstadt bis zur Endstation. Mit dem Aufzug Santa Justa fuhren wir zur Oberstadt Bairo Alto und genossen den Ausblick über die Dächer neben der Ruine des ehemaligen Karmelitenklosters, ehe es mit der Metro zurück zum Hotel ging.


Am nächsten Tag schleusten Heribert und Hajo uns geschickt durch mehrere Stationen von Metro und überfüllter Straßenbahn ins Stadtviertel Belem am Tejo, wo wir zunächst zum Denkmal der Entdecker gingen, 1960 unter dem Salazar-Regime zum 500. Geburtstag von Heinrich dem Seefahrer errichtet. Wir fuhren mit dem Aufzug zur Plattform und hatten bei Sonne einen wunderbaren Blick über die Stadt mit dem Hieronymuskloster und bis zur Flussmündung in den Atlantik. Der Besuch des Torre de Belem an der Hafeneinfahrt verlangte uns viel Geduld in der mehr als einstündigen Warteschlange ab, aber die Bastion aus dem 16. Jh. wollten wir uns nicht entgehen lassen, erinnert sie doch an die Zeit, als Portugal die führende Seemacht war.                                                                                                                                         Anschließend besichtigten wir das prachtvolle Hieronymuskloster, ebenfalls von König Manuel I errichtet kurz nach der Rückkehr Vasco da Gamas, dessen Sarkophag in der Kirche zu sehen ist. Besonders sehenswert ist der zweigeschossige Kreuzgang mit seinen reich verzierten Bögen und Säulen. Wir erholten uns von den vielen Eindrücken in der nahe gelegenen berühmtesten Konditorei der Stadt Pasteis de Belem, wo wir mit Genuss die gefüllten Blätterteig-Törtchen aßen.

Am Mittwoch fuhren wir von der Metro-Endstation Cais do Sodré mit der Fähre zur anderen Seite des Tejo nach Almada in den Stadtteil Cacilhas. Mit dem Bus fuhren wir aufwärts zur Statue Christo Rei, die mit einer Höhe von 28 und einem Sockel von 80 Metern fast so hoch ist wie die Christusfigur in Rio de Janeiro, die als Vorbild diente. Erbaut wurde sie 1959 als Dank dafür, dass Portugal vom 2. Weltkrieg verschont blieb und ist nach Fatima der bedeutendste Wallfahrtsort des Landes. Wegen Reinigungsarbeiten konnten wir nicht mit dem Lift hochfahren, wohl die Marienkapelle besuchen und den Ausblick von der breiten Terrasse genießen. Mit dem Bus fuhren wir über die Brücke des 25. April, die an die Nelkenrevolution von 1974 erinnert, welche die Diktatur beendete, zum Platz Marques de Pompal, wo sich unsere Wege trennten und wir eigenen Interessen nachgehen konnten. Viele erkundeten zu Fuß die ansteigenden Gassen der Altstadt mit ihrem maroden Charme oder nutzten die Zeit zum Shoppen. Beim Abendessen im Gasthaus Leao d´Ouro waren wieder alle zusammen und unser Wanderführer spendierte sogar den typischen Sauerkirschlikör.


Der vierte Tag hatte als Schwerpunkte am Vormittag die Besichtigung der riesigen Festungsanlage und am Nachmittag den Park der Nationen. Mit einer kleinen S-Bahn fuhren wir hoch zur Festung des heiligen Georg mit integrierter Burg, die bereits von den Mauren erbaut und jahrhundertelang als Königsburg genutzt wurde, bis die Könige im 16. Jh. in die Innenstadt umzogen und das Gebäude zerfiel. Seit 1910 nationales Denkmal wurde das Castelo in den 1990er Jahren renoviert und besticht heute mit seinen zehn Türmen der Wehrmauer und den romantischen Hof- und Gartenanlagen.
Den Kontrast dazu bildet das moderne Lissabon mit dem Park der Nationen auf dem Gelände der Expo 1998, das wir mit der Metro-Station Oriente erreichten. Die zentralen Themen waren Wasser und Seefahrt, was auch die moderne Architektur prägt mit ihren Hochhäusern, Messehallen, einem Ozeanarium und der längsten Brücke Europas von 17 km, der Ponte Vasco da Gama. Hier hatten wir Zeit zum Bummeln entlang der breiten Promenade, zu einer Fahrt mit der Seilbahn am Rand des Tejo und einer Kaffeepause im neuen Myriad Hotel. Wir blieben zum Abendessen im Einkaufszentrum Vasco da Gama und dankten unserem Reiseleiter Heribert für seine exzellente Vorbereitung und Durchführung der Reise, denn der nächste Tag würde schon den Rückflug bringen.

(Therese Zilligen) 

Wegen der großen Nachfrage wird die Reise vom 16. - 20. Oktober wiederholt.

 

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