Acht Radlerinnen und Radler fuhren am 26. Mai 2016 mit Lothar Thösen im Radlerbus nach Münster, um sieben Tage lang eine große Runde von 350 km durch das Land der Wasserschlösser und Herrensitze zu radeln.

 

 

Bei zeitiger Ankunft hatten wir am Nachmittag bereits eine Führung durch die Stadt, die nach 90 prozentiger Zerstörung im Krieg anschließend nach den alten Formen wieder aufgebaut wurde. 

Am nächsten Tag verließen wir Münster vom Hotel Lohmann aus entlang dem Aasee , um die Tour nach Schöppingen zu starten, wobei wir den ersten Halt bei der Burg Hülshoff einlegten, dem Geburtshaus der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, im 16. Jh. als Herrenhaus im Renaissancestil erbaut, umgeben von einem großzügigen Park. Wir radelten teils auf asphaltierten schmalen Straßen, aber auch auf Waldwegen und den typischen „Pättkes“, Wiesenpfaden. Die Fahrt führte durch Billerbeck, vorbei am Schloss Darfeld und in Eggerode machten wir eine Pause beim Schützenfest, ehe wir am Zielort ankamen und im Hotel Tietmeyer Quartier bezogen. Wir machten einen Spaziergang durch das Künstlerdorf Schöppingen und genossen den Abend im nahen Biergarten.

Die zweite Etappe führte uns zunächst nach Aahaus und auf Radwegen entlang der holländischen Grenze durch Heidelandschaft und Feuchtwiesen bis zum Grenzdorf Oldenkott, wo wir eine Kaffeepause einlegten, ehe wir ins Naturschutzgebiet Zwillbrocker Venn radelten und eine Runde um den See mit den vielen Inseln für Vogelbrut drehten. Bei schönem Wetter konnten wir in unserem Hotel Kloppendiek ebenfalls draußen zu Abend essen.

Von Zwillbrock radelten wir am nächsten Tag zunächst etliche Kilometer durch Holland und kamen dabei durch die schmucken Dörfer Winterswijk und Bredevoort, bekannt durch seine zahlreichen Buchantiquariate. Weiter ging es durch Rhede, wo wir die Mittagsrast einlegten, nach Raesfeld. Auch hier waren wir am frühen Nachmittag, so dass wir reichlich Zeit hatten, durch die urigen Gassen zu dem großen Wasserschloss zu spazieren, das als Burg im 14. Jh. erbaut und im 17. Jh. zu einem repräsentativen Residenzschloss ausgebaut wurde. Wir übernachteten und aßen bestens im Niewerther Hof.    Am nächsten Tag waren etliche Gewitter angesagt, so dass wir die Route änderten und zum Bahnhof Reken radelten, um mit dem Zug nach Coesfeld zu fahren. Hier besichtigten wir die Stadt mit der großen Kirche und waren beim Gewitter am Nachmittag und Abend unter Dach, beim Essen unter riesengroßen Zeltschirmen in einem Biergarten.

Wir verließen am sechsten Tag das Hotel Am Münstertor und radelten bei strahlendem Sonnenschein am Vormittag häufig leicht bergauf und bergab mit vielen Ausblicken über die weite Landschaft mit den eingestreuten Gutshöfen. Mittagsrast hielten wir in Senden und gönnten uns kurz vor unserem Ziel eine Pause im Hof der Wasserburg Vischering in Lüdinghausen, ehe wir im Hotel Zur Post Quartier bezogen. Diese Burg gehört zu den schönsten in Westfalen und vermittelt mit ihrem Zugang über eine Brücke den Eindruck einer typisch mittelalterlichen Wehrburg. Eine zweite Burg im Ortszentrum von Lüdinghausen wird heute kommunalpolitisch genutzt. Die letzte Etappe führte uns zunächst zu dem riesigen Wasserschloss Nordkirchen, im 18. Jh. erbaut und heute für die Bereiche Ausbildung, Fortbildung und Kultur genutzt. Wir umfuhren die Gebäude durch den riesigen Park und legten am Mittag in Amelsbüren eine kurze Pause ein. Die Strecke entlang dem Dortmund Ems-Kanal war zum Teil wegen Bauarbeiten gesperrt, doch unser Wanderführer Oswald Hentges lotste uns sicher wieder nach Münster, wo wir diesmal im Zentrum übernachteten, im Stadthotel, nachdem wir noch viel Zeit zu privatem Stadtbummel hatten. Der achte Tag führte uns wieder nach Hause und wir dankten unseren Führern Oswald und Lothar herzlich für die gelungene Radwoche.

(Therese Zilligen)

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